Natural Horsemanship

Die Kunst der Verständigung zwischen Pferd und Mensch

Natural Horsemanship ist keine Reitweise, sondern ein Fundament, auf dem du alles andere aufbauen kannst. Es ist eine Sprache, die du lernen kannst, damit dein Pferd versteht, was du von ihm möchtest. Denn diese Sprache basiert auf der natürlichen Kommunikation der Pferde untereinander, so dass dein Pferd sie intuitiv versteht.
Natural Horsemanship nach dem Konzept von Pat Parelli beginnt immer am Boden, denn wer sein Pferd nur von oben kennt, der kennt es nur halb. Die Spiele, die du mit deinem Pferd spielst, helfen dir dabei, diese Sprache zu üben und zu verfeinern, bis ihr beide euch perfekt versteht. Und wenn am Boden alles stimmt, lassen sich diese Prinzipien ohne Verständigungsprobleme auf das Reiten übertragen. Ob Englisch, Western, Turnier oder „nur“ Ausreiten: mit einem motivierten und zufriedenen Pferd macht es erst richtig Spaß!



Natural Horsemanship im Reitunterricht

Auch im Reitunterricht nutzen wir die Lehre von Pat Parelli, um mit den Pferden zu kommunizieren. Wir arbeiten mit ihnen in den „4 Savvys“, den vier Disziplinen On Line, Liberty, Freestyle und Finesse.
On Line bedeutet Bodenarbeit am langen Führseil. Wir bauen eine Kommunikation auf (z.B. als Vorbereitung auf das Reiten, um Probleme zu lösen oder Neues erst am Boden zu lernen).
Liberty-Bodenarbeit sehen wir als Test, ob wir eine gute Kommunikation aufgebaut haben, da wir dabei kein Seil benutzen und das Pferd einfach weglaufen könnte. Wenn das Pferd bereit ist, sich so gymnastizieren zu lassen, ist es wirklich in innerer Balance und unser Verhältnis zueinander stimmt.
Beim Freestyle-Reiten bauen wir die Kommunikation vom Pferderücken aus auf, ohne die Zügel permanent zu gebrauchen. Die Signale, die wir mit unseren Pferden am Boden geübt haben, übertragen wir jetzt auf Schenkel- und Gewichtshilfen.
Beim Finesse-Reiten, meistens mit Trense, gebrauchen wir die Zügel, um dem Pferd eine „Form“ zu geben (z.B. Biegung oder Aufrichtung) und um die Balance Richtung Hinterhand zu verschieben. Unsere Pferde sind damit einfach glücklich und gut „geformt“.
Je nach Ausbildungsstand von Reiter und Pferd gibt es für die 4 Savvies verschiedene Schwierigkeits-Levels. Wir beginnen im Level 1 mit der emotionalen Grundlage und schaffen zuerst Respekt, Vertrauen und eine Sprache, um mit dem Pferd als Partner zusammenzuarbeiten.


Natural Horsemanship und Problempferde

Die meisten Menschen kommen zu mir über ein Problem mit ihrem Pferd, z.B. Verladen, Rittigkeit, Schreckhaftigkeit oder mangelndes Selbstvertrauen beim Pferd oder auch beim Reiter. Viele Pferde, die „unreitbar” waren, genießen jetzt dank Natural Horsemanship mit ihren Menschen eine wundervolle, erfolgreiche Partnerschaft.
Denn die Probleme entstehen häufig durch Missverständnisse in der Kommunikation. Pferde, die beim Reiten als unwillig gelten oder verspannt und „stur“ sind, verstehen dich oft nur nicht oder schicken dir durch ihr Verhalten Botschaften, die du nicht richtig interpretierst. Ihr sprecht einfach nicht die selbe Sprache! Aber du kannst an dir arbeiten. Du kannst nicht ändern, was die Natur dir vorgibt, du kannst es aber verstehen lernen und dein Pferd überzeugen, dass du es gut meinst.
Das Ganze hat nichts mit Flüstern oder Zaubern zu tun, sondern mit Verständigung, mit Liebe und Führungsqualität. Wissen, Erfahrung, Verständnis, Gefühl, Timing und Eingeständnis sind Dinge, die man lernen kann und sie sind der Weg zu einer perfekten Partnerschaft. Das kann jeder Menschen und jedes Pferd, du musst es nur wollen.


Vorurteile gegen Natural Horsemanship

Natural Horsemanship hat vielerorts den Ruf: „Man tüdelt so am Boden herum und reitet ohne Sattel und am Halfter. Die Pferde laufen auf der Vorhand und werden nicht gymnastiziert!”
Das entspricht nicht der Wahrheit. Am Anfang, im Level 1, achten wir zwar weniger auf Balance oder Gymnastizierung, weil wir als erstes eine emotionale Grundlage schaffen, aber diese Phase sollte nach Möglichkeit nach 3-4 Monaten abgeschlossen sein. Ab Level 2 reiten wir ebenso mit Trense und arbeiten dann an Gymnastizierung, Geraderichtung und Versammlung des Pferdes. Nur wer „steckenbleibt“, sich und sein Pferd nicht weiterentwickelt, kann mit Natural Horsemanship seinem Pferd schaden. Aber das gilt für jede Reiterei! Wer sein Leben lang über das „im-Kreis-herum-Reiten” nicht hinaus kommt, gymnastiziert nicht und quält sein Pferd mit Eintönigkeit.

Eine weitere Fehleinschätzung ist, dass Natural Horsemanship einfach abzuschauen und nachzuahmen ist. Vorsicht, das ist auch nicht wahr! Natural Horsemanship, vor allem die Arbeit am Boden, wirkt aufgrund seines spielerischen Charakters oft simpler, als es tatsächlich ist. Für den Reiter ist diese Kommunikation aber eine Herausforderung! Du musst bereit sein, nicht nur an deinem Pferd, sondern vor allem an dir selbst zu arbeiten. Es reicht auch nicht, ein paar Mal zuzusehen, denn durch qualifizierte theoretische und praktische Grundlagen erhältst du eine innere Sicherheit und Sicherheit in deinen Handlungen, die dein Pferd spüren kann. Tu euch beiden einen Gefallen – und lerne es richtig! Ich begleite dich gerne dabei.